Dienstag, 25. April 2006
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Och …
sagte der Mann mit weißem Mundschutz und zog den Bohrer zwischen meinen angestrengt geöffneten Zahnreihen hervor, jetzt hören Sie doch mal auf, ihre Fingerchen blau zu drücken! Ist doch alles gut betäubt, hmm?
Recht hat er, es war alles wunderbar taub, ist es immer noch. Ich habe einen guten Eindruck einer halbseitigen Teilgesichtslähmung und erwische mich jetzt, gut ein dreiviertel Stündchen später, ab und an beim gepflegten Sabbern aus dem linken Mundwinkel. In anderen Worten: ein Viertel der anstehenden Zahnarztbesuche liegt nun hinter mir.
Es war wirklich kurz und erstaunlich schmerzfrei, der Mann hat ein Händchen für verängstigte Weibchen wie mich und setzt lange Spritzen ins Zahnfleisch wie ein junger Gott. Ein Tag mit kaltschweißigen Achseln, rumorendem Magen und blank liegenden Nerven – das war es nun wirklich nicht wert.
Donnerstag die Fortsetzung, dann geht es weiteren maroden Füllungen an den Kragen – und ich gehe jede Wette ein, dass meine Nerven trotz dieser Erfahrung erneut mit mir durchgehen werden. Angst vor dem Zahnarzt ist wohl eine der absolut Irrationalen, denen man wohl niemals mit besserem Wissen beikommt.
Anmerkung der Zoodirektion: Dieser Text wurde auf einem staubigen Parkplatz hinter einem Kino geschrieben, über Nacht liebevoll digital aufbewahrt und unter Nutzung der nächsten bequem erreichbaren Internetverbindung in sein öffentliches Gehege verlegt.
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