Samstag, 28. Januar 2006
Ein Moment.
Es ist dieser Zeitpunkt, der genau zwischen spät und früh liegt. Der Fernseher flimmert blaue Tanzschatten an die Wände, der Ton flirrt leise Wirrlieder in meine Ohren. Wo bist du?
Ich poche leise an seinen Unterarm. Ein schwaches Murmeln sagt mir, er ist ganz weit weg, da wo ich ihn mit normaler Stimme nicht erreichen kann.
Etwas hat mich aus dem Schlaf gerissen. Alles um uns herum ist ruhig, friedlich, es muss also der Lärm in mir gewesen sein. Ob ich wohl geträumt habe? Mein Herz klopft nachdrücklich fordernd, doch ich kann mich nicht erinnern, wonach es verlangt. So wie ich mich an die meisten Träume der letzten Monate nicht erinnern kann. Ist das so, wenn man heilt? Hört es dann auf, dass man diese Dinge träumt, die wahr werden, die wahr sind?
Ich sehe ihn lange an, versuche hinter die träumend zuckenden Lider zu schauen. Ich komme nicht dahinter. Wie oft und wie lange ich es auch versuche, diese Tür bleibt verschlossen. Vielleicht versuche ich es ja gar nicht richtig. Vielleicht möchte ich, dass es verborgen bleibt.
Es friert mich, Gänsehaut steigt mir bis ins Gesicht – ist das diese ungebetene, doch schon fast liebgewonnene Angst, oder ist es nur die Kälte, die von draußen her ins Warme dringt? Ich werfe die Unsicherheit ab, ziehe die Decke enger an mich und suche seine Nähe. Sein Körper ist warm, so gelöst, so einladend. Ich versuche, nicht nur nah an ihn heran zu kommen – will da hinein, in seinen Brustkorb. Ich weiß, er ist wie Wasser. In ihm bin ich viel leichter.
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