- Meine liebe Frau Maki fragt mich am vergangenen Freitag via E-Mail, ob ich heute Zeit hätte, mit ihr eine Wohnung in dem Haus, in welchem das Hause seroposch einst selbst lebte, zu besichtigen.
- Aus unerfindlichen Gründen erhalte ich diese E-Mail nicht.
- Heute Mittag gegen halb 1 fällt beiden Seiten auf, dass wir nicht-kommunizieren, und so kommunizieren wir.
- Ich schaufele im Schweiße meines Angesichtes genau eine Stunde für den Besichtigungstermin frei. Ein Kunde erwartet mein Angebot noch heute.
- Frau Maki und ich sind 5 Minuten zu früh am Objekt.
- 20 Minuten später rufen wir bei der Wohnungsverwaltung an, ob man uns vergessen hätte. Man verspricht, beim Zuständigen nachzuhorchen und uns zurückzurufen.
- Uns frieren die zarten Popöchen ab.
- Wir werden angerufen – der Mann mit Wohnungsschlüssel stände am Bonner Verteiler im Stau und bräuchte noch ein Weilchen.
- Nach kurzer Beratung sind wir uns einig, dass wir noch ein wenig Geduld übrig haben und beschließen, erst tanken zu fahren und anschließend noch einen Bäcker auszurauben. Obwohl wir das für eine Lüge halten, das mit dem Stau.
- Wir teilen dies, ausgenommen unserer Unehrlichkeitsvermutung, der Verwaltungsfrau mit. Sie möchte die Handynummer des schlüsselinnehabenden Zuständigen nicht herausgeben. Sie verspricht aber regen Ereignisaustausch.
- Wir sind ein bisschen genervt.
- Angekommen an der Tankstelle möchte ich halb voll tanken. Da aber unbedingt, jetzt! sofort! jemand an meiner Bitch vorbei möchte, während ich noch fix ein wenig Müll aus der alten Dame räume, tanke ich – eingeschlossen von langsam vorbeifahrenden Fahrzeug – erzwungenermaßen dann doch voll.
- Die Bedienung in der Bäckerei verarscht mich, weil ich ein belegtes Brötchen „toll finde“, anstatt meine Bestellung in die Gegend zu rotzen. Ich mag die Bedienung nicht.
- Ich find nicht nur belegte Brötchen toll, sondern auch einen Milchkaffee zum Mitnehmen. Die Bedienung verarscht mich bei Frage nach passenden Süßungsmitteln erneut. Ich habe entschieden wichtigeres im Kopf, als meinem Nicht-Mögen entsprechend Ausdruck zu verleihen. Das werde ich in Kürze bereuen.
- Im Auto reiche ich den heißen Kaffeebecher in Richtung Beifahrersitz. Weil der Becher eben heiß ist, fasse ich ihn am oberen Rand an.
- Wir stellen fest, dass die Qualitäten der Backstubenbedienung in Kundenverarsche erschöpft ist und ihr Schmalz nicht zum korrekten Verschließen des Kaffeebechers ausreichte. Ich springe quietschend aus dem Auto, während sich Kaffee in dessen Inneres ergießt.
- Die Mittelkonsole, der Fahrersitz und mein Hintern sind trotz bombiger Reaktionszeit ordentlich kaffeenass. Wir riechen ultra-gut.
- Ich habe keine Tücher im Auto, die 0,2 Liter Kaffee aufsaugen könnten. Dafür aber einen richtig heißen Arsch.
- Wir sind genervter.
- Nach erneuter Ankunft am Objekt warten wir.
- Frau Maki verschiebt Ihren nächsten Besichtigungstermin um 20 Minuten.
- Wir warten länger. Die Verwaltungstante nicht-kommuniziert ausgiebig.
- Eine Stunde nach dem eigentlichen Termin erschleiche ich die Handynummer des Schlüsselhabenden unter Zuhilfenahme meiner ungemein geheimen Quellen. Call me 007.
- Frau Maki telefoniert mit dem Schlüsselhabenden. Der sagt ihr, dass er bereits auf dem Wege zum nächsten Termin sei. Natürlich tut ihm das total leid.
- Wir sind stinkesauer. Ich stinke. Ich beschließe, Immobilienmarkler als grundsätzlich stinkend zu bezeichnen.
- Ich schmeiße Frau Maki am Bahnhof raus, damit sie den Zug zum nächsten Besichtigungstermin gerade noch bekommt.
- Ich fahre heim.
- Frau Maki ruft mich an, die zweite Wohnung wäre noch schlimmer als die schon gewohnten Bruchbuden.
- Ich rufe den Kunden an, der mein Angebot heute erwartet hatte. Ich möchte ihm sagen, dass ich ihn nicht vergessen habe.
- Seine Sekretärin teilt mir mit, dass er vor genau 2 Minuten das Büro verlassen hat.
Ich geh mir dann jetzt mal den Kaffee vom Körper waschen und das Angebot fertig schreiben. Der Kunde ist übrigens was? Ja genau: Immobilienmakler. Und die einzige Ausnahme unter all den Stinkern. Garantiert!