Wie alles begann:
Weiblicher Mensch: Ach, toll, kannst du mir das dann als E-mail schicken?
Ich sage „Natürlich, gerne!“ und schicke das Schriftstück als PDF an die E-Mail-Adresse des WM.
Wie es kompliziert wurde:
WM: Ich habe deine E-Mail bekommen, aber ich kann das nicht öffnen.
Ich schaue verwundert aus der Wäsche, versichere mich, dass WM auch den Adobe Reader installiert hat. Sicherheitshalber prüfe ich parallel, ob die Datei wirklich Probleme macht – und stelle fest, dass alles genau funktioniert, wie es soll.
WM: Ja klar, hab ich, aber da kommen nur so komische Zeichen und viel Englisch.
Ich schlage vor, den althergebrachten Postweg zu nutzen.
WM: Das wäre toll.
Wie es komplizierter wurde:
WM: Dankeschön, das ist angekommen. Ich habe mir das auch mit den Anderen angeschaut, und es sieht soweit gut aus. Die Anderen wollen sich das aber nochmal in Ruhe angucken, kannst du denen das nochmal als E-Mail schicken?
Ich erkundige mich, ob sie meine ursprüngliche Mail noch hat.
WM: Ja, die habe ich noch. Aber die ist ja kaputt.
Ich beginne zu erklären, dass die Datei vollkommen ok ist, und dass sie die Mail einfach an die Anderen weiterleiten kann. Ich kenne ja noch nicht einmal deren Namen.
WM: Dann können die das aber auch nicht öffnen. Ach, entschuldige, da kommt wer, ich ruf dich später nochmal an und geb dir die E-Mail-Adressen durch, ja?
Ich lausche dem Besetztzeichen, das an mein Ohr dringt, noch bevor ich „Ja aber!“ sagen kann. Dann mache ich mich auf zu einer langen Besprechung.
Wie es abwegig wurde:
WM auf Mailbox 1: Ach schade, ich wollte dir gerade die E-Mail-Adressen durchgeben. Ruf doch mal zurück!
WM auf Mailbox 2, 3 Minuten später: Weil ich dich ja nicht erreicht habe, sage ich dir jetzt mal die E-Mailadressen, also das ist einmal pusemuckel[RAUSCHEN IN DER LEITUNG]-Punktkomm, alles klein und nach dem a ein Bindestrich, und die andere ist hässenichgesehn-ät-freemailer-punkt-dä-ä.
Und ich schaue mein Handy an, als hätte es gerade einen Pullover gestrickt.
Ob „die Anderen“ jemals dieses Schriftstück bekommen? Wie viele Mailboxnachrichten werden noch an diesem Nachmittag gespeichert werden? Und was um Himmels Willen macht man mit Medien, wenn der Gegenpart sie so konsequent bricht? Antworten auf diese Fragen lesen Sie hoffentlich bald in dieser kleinen Netzinsel.