Es begann mit
… dem vertrauensgeborenen guten Gewissen beim Verlassen der befellten Familienmitglieder und einer Vorfreude-Gänsehaut.
… der Durchsage am Bahnsteig, dass die flughafenbringensollende Bahn ca. 35 Minuten später kommen würde. Rund 20 Minuten vor Check-In-Deadline (Welch Überraschung!).
… einem hektischen Check-In, eingeklemmt in einer Gruppe lautstarker, abgegriffener Mittdreißiger-Proletenweibchen.
… dem Gefühl, nicht gerade entspannt in den Urlaub zu starten.
Weiter ging es mit
… dem tiefem Einatmen der Berliner Luft, einhergehend mit schlagartiger Entspannung der Stressmuskulatur (Großstadt, ick liebe dir!).
… einem wunderbar ausgedehntes Etageren-Frühstück im Café Anna Blume.
… dem Bestrahlen unseres exquisiten 2-Nächte-zu-Hauses und der Erkenntnis, dass sich eine 1-Euro-Münze in Pagenhand für das kleine Rollköfferchen namens Bello (Er ist so ein guter Hund! Und so treu! Dabei hat er doch nur einen 10er gekostet!) absolut lächerlich anfühlt – ganz im Gegenteil zu einem „gewohnten“ 1-Dollar-Schein.
… herzlichem Lachen mit herzenslieben Menschen und leckerstem Eiskaffee. (Kinners! Ich traf Jack Nicholson!)
… wunderbar frischen Garnelen an Mango-Chutney (Die haben geknackt beim Draufbeißen. Herrlich geknackt!). Einem Palace-Burger (Whattaburger!). Kurz nach Mitternacht, via Room Service (Könntichmichdrangewöhnen.).
Es folgte
… ein ausgiebiges Frühstück mit ausgiebigem Warten auf frischen Kaffee. Fühlte mich ausgiebig übersehen.
… der erste Kontakt mit trillerpfeifenden Vollpfosten. Spontan für das eigene Partyvolk geschämt. Dann kurz über Verwässerung und Wertetreue nachgesonnen und mit breitem Grinsen weitergeschämt. Ab dann aber fremd.
… viele Fotos, viel gute und viel schlechte Musik, viel Fremdschämen, viel Mitfreuen, viel Natursorge und ganz besonders viel Poschist-und-ich-im-hier-und-jetzt-Gefühl. Und viele Gedanken über die innerliche Zerissenheit ob des mehr als offensichtlichen Kulturverlustes (Die im Fernsehen nennen das „Raver“.).
Dann war da noch
… der Sanitäter, der dem Poschisten eine Wärmedecke für sein frierendes Weibchen schenkte (ymmd!).
… der fehlende Schlaf der letzten Tage. Präsent von Haarspitzen bis Fußsohle, ausgelebt im hoteleigenen Spa-Bereich.
… das Klingeln des Handys, das mir bewusst machte, etwas sehr Wichtiges vor lauter Müdigkeit und Selbstbeschäftigung vergessen zu haben. Dem eigenen Inneren einen herzhaften Arschtritt verpasst.
… das elitäre Prada-Pärchen, dass beim Einsteigen in den Flieger auf wunderbare Weise bewies, dass Dekadenz kein Hirn ersetzt.
Und schlussendlich
… das unglaublich gute Gefühl, wieder auf heimischen Boden zu stehen und einmal mehr zu fühlen, wie sehr ich das Rheinland liebe, wie sehr ich hier zu Hause bin.
Weiter mit Musik Alltag.