Da man sich heutzutage darauf einstellen muss, den einmal erlernten und ausgeübten Job nicht das ganze Leben lang machen zu können, schaue ich heute vorsorglich und nach dem Ausschlussprinzip verfahrend über den Tellerrand. Herzlich Willkommen also zu einer neuen Serie hier im Gedankenzoo, nehmen’se Platz, machen’ses sich bequem, denn hier kommen 5 unglaublich spektakuläre Gründe, warum ich keine Döner verkaufen könnte:
- Etwa 10% der Roh- und Fertigmaterialien würden mitnichten ihren Weg zum Kunden finden, sondern in meinem Magen landen. Und sich später auf Hintern und Hüfte fröhlich sammeln und mehren.
- Ich würde spätestens nach dem Erhitzen des Brotes die Details der jeweiligen Bestellung vergessen haben und alle Zutaten einzeln abfragen.
Mit Zwiebeln?
Nee nee, nisch, habbisch doch jesacht, Frollein!
- Ich würde es nicht dulden wollen, dass mich jeder Hanswurst duzt, nur weil man das bei Dönerverkäufern ja so macht.
Gibbste mir 2, mit Alles und Scharf. Und tuste mir’n Hansa, ne, weisste ja.
- Das pingelige Gestarre auf meine Hände würde mich halb wahnsinnig machen. Ich glaube kaum einem nahrungsausgebenden Menschen wird so aggressiv-kontrollierend auf die Finger gestarrt, wie einem Dönerverkäufer. Mit Argusaugen wird beobachtet, ob auch nicht ein Blättchen Salat zu wenig reingestopft oder ein Tröpfchen Sauce zu wenig drübergeträufelt wird. Oder ob sich eine Zutat einschleicht, die man ausdrücklich nicht wünschte. Wie unerträglich, wie bedrückend.
Isch hab jesacht keene Zwiebeln, Mädsch’n, waaaach disch bloß nisch!
, würden die Blicke meinen Händen sagen. Vor lauter Beobachtungsanspannung würde ich sicher doch Zwiebeln draufhauen. - Mir wäre die Zubereitung so eines Standarddöners nach ein paar Stunden schon zu langweilig. Ich würde beginnen, optisch ansprechende Zusammenstellungen zu kreieren und mit weiteren Zutaten hemmungslos experimentieren. Natürlich direkt am „Zum Mitnehmen”-Endkunden, bestimmt vermehrt bei besonders penetranten Handstarrern.
Sie sehen: ich wäre völlig außerstande, den Job des Dönerverkäufers gewinnbringend und verantwortungsvoll auszuführen.
Kommen Sie bald wieder, wenn ich Ihnen 5 gute Gründe nenne, warum ich auch kein Rettungsschwimmer sein könnte.